Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Schulgemeinschaft,


das neue Jahr und das neue Jahrzehnt haben begonnen,
hoffentlich für alle mit Zuversicht und Freude
auf die vor uns liegenden Aufgaben.
In den vergangenen Monaten gab es viel Neues und Ungewohntes für uns alle
in der Bilingválna sekcia.
Im Sommer erfolgte der Umzug von der sog. Kaserne in der Ulica Rovna
mitten hinein in die Hochhaussiedlung im Juh.
Das war für die Schülerinnen und Schüler, für das Kollegium
und für die Mitarbeiter eine große Umstellung und Belastung.
Am Anfang fehlte vieles noch oder war noch nicht funktionstüchtig,
aber in den Wochen vor Weihnachten wurden große Anstrengungen
seitens der slowakischen Schulleitung unternommen, Mängel zu beseitigen
und den laufenden Schulbetrieb zu verbessern, so dass wir recht zufrieden
in die Weihnachtsferien gehen konnten.

In den ersten vier Monaten am neuen Ort fanden mehrere außerunterrichtliche
"Großereignisse" statt. Besonders hervorzuheben sind die beiden Besuche
des deutschen Botschafters in unserer Schule.
Selbst erst seit dem August 2009 im Amt, kam Botschafter Dr. Axel Hartmann
mit dem Leiter der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft Johannes Frieler
und Evelyn Regenfus, Leiterin der Sprachabteilung des Goethe-Instituts,
am 26. Oktober 2009 in die Ulica Mladeze, um der Bilingualen Abteilung
im feierlichen Rahmen die sog. PASCH-Plakette zu überreichen.
Mit anwesend war auch der stellvertretende Bürgermeister von Poprad
Gustáv Dobak.
Schon kurze Zeit später kam der Botschafter ein zweites Mal in unsere Schule,
als er am 24. November in einem zweistündigen Vortrag
den Schülerinnen und Schülern des 4. und 5. Jahrgangs aus persönlicher Sicht
über den Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung berichtete.
Herr Dr. Hartmann war damals im Kanzleramt enger Mitarbeiter
des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl.
Neben diesen außergewöhnlichen Veranstaltungen fanden natürlich auch die statt,
die fest zum Jahresrhythmus der Bilingualen Abteilung gehören:
das Immatrikulationsfest der 3. Klassen für den 1. Jahrgang,
ein Tag der Offenen Tür,
die drei Stuzkovas der 5.E, 5.F und 5.G im November/Dezember
sowie ein Adventskonzert und die Weihnachtsfeier.

Seit Mitte August lebe ich mit meiner Frau in Poprad.
Für uns war es insofern kein Umzug, sondern ein echter Neuanfang an einem neuen
Lebensort. Nach den ersten Monaten empfinde ich meine Situation nur noch
begrenzt als neu, obwohl es immer noch vieles gibt, was ich zum ersten Mal
anpacken muss. Ich fühle mich hier in der Stadt Poprad und in der Schule wohl.
Vor allem in menschlicher Hinsicht sind das Leben und die Arbeit hier
sehr angenehm. Das betrifft sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch
das Kollegium, die slowakische Schulleitung, die Koordinatorin und
die Mitarbeiter im Haus und in der Mensa.
Einen besonderen Dank möchte ich meinem Kollegen Michael Imm aussprechen,
der im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres die Bilinguale Abteilung
verantwortungsvoll geleitet hat und der mich in den ersten Monaten
loyal in meiner Arbeit unterstützte.
Vorher habe ich 29 Jahre an einem katholischen Bonner Mädchengymnasium
Deutsch und Erdkunde unterrichtet. Im dortigen Schulleitungsteam war ich
verantwortlich für Presse, Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Jahrbuch)
und die Koordination der Eine-Welt-Aktionen. Letztere Aufgabe beinhaltete
viele Projektreisen nach Afrika, vor allem nach Äthiopien.
Es waren gute und schöne Jahre in Bonn, aber nun ist die Aufgabe
als Leiter der Bilingualen Abteilung eine neue spannende Herausforderung,
der ich mich gerne gestellt habe. Über die Beibehaltung der Unterrichtsqualität und die Sicherung
des deutschen inländischen Abiturniveaus hinaus sehe ich als eine meiner
wichtigen Aufgaben die innere Gründung unserer großen Spojena Škola-Schulgemeinschaft
am neuen Ort. Damit meine ich die Entwicklung von Gemeinschaftsgeist
der drei Schulkollegien, die unter dem Dach dieser Schule die jungen Menschen
unterrichten und erziehen dürfen.

Paul Schlechtriemen
(LdA)